Richtige Arbeitskleidung für den Winter

Die wichtigsten Normen für Winterschutzkleidung

Arbeitskleidung für den Winter muss in Österreich und der gesamten EU bestimmten Normen entsprechen. Zwei Normen sind dabei besonders relevant:

EN 342 – Kälteschutzkleidung für Temperaturen unter −5 °C

Die Norm EN 342 regelt den Schutz vor Kälte bei Temperaturen bis weit unter den Gefrierpunkt. Sie definiert den Isolationswert (Icler) sowie die Luftdurchlässigkeit. Kleidung nach EN 342 eignet sich für Kühlhausarbeiten, Winterbaustellen mit extremen Frösten und andere kälteintensive Tätigkeiten. Wichtig: Die Norm bewertet oft Ensembles (Jacket + Hose), nicht einzelne Teile.

EN 14058 – Kleidung für kühle Umgebungen (0 °C bis 10 °C)

EN 14058 gilt für mildere Kälte und ist für viele österreichische Winter-Einsätze die relevantere Norm. Sie bewertet Wärmewiderstand, Windschutz und Wasserdurchlässigkeit. Typische Einsatzbereiche sind Logistikzentren mit häufigem Türöffnen, Outdoor-Montage im Herbst und Frühjahr sowie kommunale Dienste.

Das Drei-Schichten-Prinzip

Professionelle Winterschutzkleidung folgt dem bewährten Schichtsystem: Jede Schicht hat eine spezifische Funktion, und die Schichten ergänzen sich gegenseitig.

  • Basisschicht (Base Layer): Liegt direkt auf der Haut. Aufgabe: Feuchtigkeit (Schweiß) vom Körper wegleiten und trocken halten. Materialien: Funktionsmikrofaser, Merinowolle. Baumwolle ist ungeeignet – sie speichert Feuchtigkeit und kühlt.
  • Mittelschicht (Mid Layer): Wärmespeicherung durch isolierende Materialien. Fleecejacken, Softshell-Midlayer oder Wattierungen. Diese Schicht wird je nach Aktivität an- oder ausgezogen.
  • Außenschicht (Outer Layer): Schutz vor Wind, Regen und Kälte. Muss nach EN 343 (Regen/Wind) und ggf. EN 342 oder EN 14058 zertifiziert sein. Membranmaterialien wie Gore-Tex oder vergleichbare Laminatmembranen sind ideal.

Das System funktioniert nur, wenn alle Schichten aufeinander abgestimmt sind. Zu enge Außenschichten drücken die Isolierung zusammen und mindern den Wärmeschutz.

Temperaturbewertung und Isolationswerte

Der Isolationswert Icler (angegeben in m² K/W) gibt an, wie gut eine Kleidung vor Kälteverlust schützt. Als Faustregel gilt:

  • Leichte Aktivität (z. B. Straßenwärter) bei −10 °C: Icler ≥ 0,310 m² K/W
  • Mittlere Aktivität (z. B. Baustellenarbeiter) bei −5 °C: Icler ≥ 0,155 m² K/W
  • Hohe Aktivität (z. B. körperliche Arbeit) bei −5 °C: Icler ≥ 0,100 m² K/W

Wichtig: Hohe Aktivität erzeugt körpereigene Wärme. Zu viel Isolierung führt dann zur Überhitzung und starkem Schwitzen – das erhöht paradoxerweise das Auskühlungsrisiko in Pausen. Die Kleidung muss zum tatsächlichen Einsatzprofil passen.

Empfehlungen je Branche

Nicht jede Branche hat dieselben Anforderungen. Hier eine praxisnahe Übersicht:

  • Bauwirtschaft: Robuste Außenschicht (EN 343 Klasse 4), verstärkte Knie und Ellbogen, viele Taschen. Kombiniert mit Warnschutz (EN ISO 20471) bei Straßenarbeiten.
  • Logistik und Lager: Flexibles Schichtsystem, da Temperaturen zwischen Lager (kalt) und Büro (warm) wechseln. Leichte Midlayer-Jacken mit schnellem An- und Ausziehen bevorzugen.
  • Landwirtschaft: Widerstandsfähige Materialien, die Schmierstoffe und Verschmutzung aushalten. Hose mit Knieschutzfächern, langlebige Imprägnierung.
  • Kommunale Dienste: Warnschutz Klasse 2 oder 3 kombiniert mit Winterschutz. Reflektierende Streifen müssen auch nach dem Waschen die Normwerte erreichen.
  • Forstarbeiten: Schnittschutz (EN ISO 11393) hat Vorrang. Winterschutz als Schicht darunter organisieren.

Texora Workwear Center hilft Ihnen bei der Gefährdungsbeurteilung und der Auswahl des passenden Schichtsystems. Sprechen Sie uns direkt an – wir beraten kostenlos und unverbindlich.

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